Das Projekt

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Das Facealps-Projekt befasst sich mit der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt über die letzten 3500 Jahre. Das Projekt wird durch die Österreichische Akademie der Wissenschaften finanziert und ist am Naturhistorischen Museum Wien angesiedelt. Unsere Partnerinnen und Partner kommen von der Geologischen Bundesanstalt, vom Deutschen Geoforschungszentrum, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Universität Bern, der Universität für Bodenkultur und der Universität Innsbruck.

Die Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Archäologie, Biologie, Forstwissenschaft und Geologie werden Informationsquellen unterschiedlicher Art erfassen, beproben und analysieren. Grundlage unserer Forschungen sind Sedimentarchive, wie Seen und Moore, die Massenbewegungskörper im Hallstätter Hochtal, die archäologische Fundlandschaft rund um den Hallstätter See und historische Aufzeichnungen, wie Karten und Chroniken.

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Unser Untersuchungsgebiet ist der Hallstätter See mit seinem Umfeld mitten in der berühmten UNESCO-Welterbelandschaft Hallstatt-Dachstein / Salzkammergut. Dieses Gebiet zählt zu den ältesten Kultur- und Industrielandschaften der Welt. Untertägiger Salzabbau ist hier seit dem 15. Jh. v. Chr. nachweisbar und ist bis heute für die Region von großer wirtschaftlicher Bedeutung. In diesem Raum finden wir daher ideale Bedingungen für die Untersuchung von Mensch-Umweltbeziehungen: a) eine über Jahrtausende besiedelte und bewirtschaftete Landschaft, b) eine archäologische Fundregion mit einzigartigen Erhaltungsbedingungen, c) zahlreiche historische Aufzeichnungen über die wirtschaftlichen und naturräumlichen Bedingungen im Inneren Salzkammergut, d) verschiedene Sedimentarchive in unterschiedlichen naturräumlichen Kontexten.

Hallstaetter See_credit Luftbildarchiv_Institut für UFG
Luftbildarchiv, Universität Wien

Unser Forschungsinteresse richtet sich zum einen darauf, wie die Menschen in dieser Region über die Jahrtausende ihre natürliche Umgebung veränderten: Wie und in welcher Intensität wurde Landwirtschaft betrieben, wie wurde der Wald bewirtschaftet und welche Flächen wurde für Siedlungen genutzt? Wie veränderten sich diese Tätigkeiten und die Flächennutzung über die Jahrtausende und welchen Einfluss hatte dies auf die natürliche Umwelt. Zum anderen befassen wir uns mit der Frage, welchen Einfluss natürliche Extremereignisse, wie Massenbewegungen und extreme Niederschlagsereignisse, auf die Menschen in diesem Raum hatten. Gebirgsregionen stellen einen schwierigen Lebensraum für Menschen dar. In dieser sehr dynamischen Landschaft sind und waren die Menschen ständig mit Naturgefahren konfrontiert. Mit welchen Strategien wurde diese Gefahren begegnet und wie wirkten sich extreme Naturereignisse auf Leben und Wirtschaften in diesem Raum aus?

Zur Diskussion dieser Fragen müssen zunächst die bereits bekannten Extremereignisse genauer erfasst werden, ein Inventar natürlicher Extremereignisse erarbeitet und der menschliche Eingriff in die Umwelt sowie die Flächennutzung charakterisiert werden. Nach der Erhebung und Analyse dieser Daten ist abzuklären, ob bestimmte Ereignisse oder Entwicklungen in einen kausalen Zusammenhang gebracht werden können. Die erste Projektphase umfasst zahlreiche Geländearbeiten im Umfeld des Hallstätter Sees, auf dem See und im Hochtal. Neben der Beprobung von Sedimentarchiven steht die Erhebung wichtiger naturräumlicher Daten an.

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